Wie werden Websites gehackt?

Die meisten Angriffe zielen nicht auf ein bestimmtes Unternehmen, sondern auf eine bekannte Lücke. Wer die Einfalls­tore kennt, kann die meisten davon schließen.

  • Einfalls­toreWelche Einfalls­tore fast immer genutzt werden
  • WarnzeichenWoran Sie einen Angriff erkennen, bevor es Kunden tun
  • NotfallplanWie ein Notfall abläuft und welche Vorbeu­gung wirkt
Ihre Website lässt sich schließen
am häufigsten
Veraltetes Plugin Das Update war da, wurde aber nicht einge­spielt
häufig
Schwaches Passwort Mehrfach genutzt oder einfach durch­pro­biert
häufig
Zugangs­daten in alten E-Mails Ein fremder Zugriff auf ein Post­fach reicht
immer wieder
Theme aus fremder Quelle Kopierte Kaufversion, oft mit Schad­code
Der Hoster selbstSchwach­stelle im Server, nicht in Ihrer Website selten

Wie aus einer bekannten Lücke ein Angriff wird

Zwei Websites mit derselben Lücke. Nur auf einer wird das Update vom 2. Juni einge­spielt.

Update eingespielt Website 1
  • Update erscheint, Lücke beschriebenMo, 2. Juni
  • Update eingespieltMo, 2. Juni
  • Suchlauf findet keine alte VersionMi, 4. Juni
Hier endet der Ablauf. Die Website läuft einfach weiter.
Update nicht einge­spielt Website 2
  • Update erscheint, Lücke beschriebenMo, 2. Juni
  • Update bleibt liegenMo, 2. Juni
  • Suchlauf findet die alte VersionMi, 4. Juni
  • Schadcode eingespieltDo, 5. Juni
  • Fremder Admin, versteckte Spam-SeitenDo, 5. Juni
  • Browser-Warnung, Kunde fragt nachDi, 1. Juli

Passwörter werden durchprobiert

Mit Listen aus fremden Daten­lecks. Ein Passwort, das auch woanders im Einsatz ist, fällt zuerst.

Zugangsdaten in alten E‑Mails

Sie liegen jahrelang beim Absender und beim Empfänger. Wer eines der beiden Postfächer öffnet, hat die Website.

Kopien und abgeschaltete Plugins

Kopierte Kauf­ver­sionen bringen oft Schad­code mit. Abge­schal­tete Plugins bleiben angreifbar.

Woran Sie einen Angriff erkennen

Ein Angriff soll meistens unauf­fällig bleiben. An diesen vier Stellen zeigt er sich trotzdem.

Rote Warnung im Browser, bevor Ihre Website erscheint

Fremde Begriffe oder Sprachen in den Such­ergeb­nissen zu Ihrer Firma

Ein Admin-Nutzer, den niemand ange­legt hat

Fremde Links oder Weiter­lei­tungen auf fremde Ange­bote

Drei Fälle aus der Praxis, in denen Zugänge zum Problem wurden

Passwörter in E‑Mails

Jahrelang im Klar­text verschickt.

Seitdem: nur noch Einmal-Links.

Vergessenes Admin-Konto

Nach dem Dienst­leis­ter­wechsel mona­te­lang aktiv.

Seitdem: Checkliste, Kontrolle nach 30 Tagen.

Selbst ausgesperrt

Der Anmel­de­schutz blockiert nach Fehl­ver­su­chen.

Häufigster Supportfall: schnell gelöst.

Wie ein Notfall abläuft

Wird nur gesäubert und bleibt das Einfallstor offen, kommt der Schad­code wieder. Deshalb gilt eine feste Reihen­folge.

Nur säubern
Schadcode entfernen
Website wieder online
Einfallstor noch offen
Erneut befallen

Der Ablauf beginnt von vorn.

Feste Reihenfolge
Isolieren und sichern
Prüfen und säubern
Einfallstor schließen
Freigeben, Warnung aufheben

Der Vorfall ist abge­schlossen.

  1. 1Isolieren
  2. 2Aktuellen Stand sichern
  3. 3Scan
  4. 4Passwörter ändern
  5. 5Säubern
  6. 6Einfallstor schließen

Wie wir Websites gegen Angriffe absichern

Updates, gute Passwörter und ein geschützter Anmel­de­be­reich verhindern die meisten Vorfälle. Für jedes Einfallstor gibt es eine feste Maßnahme.

  • Veraltetes Plugin Sicher­heits­up­dates mit Vorrang, im Staging geprüft
  • Abge­schal­tetes Plugin Ungenutzte Plugins löschen, nicht nur abschalten
  • Schwaches Passwort Starke Passwörter, begrenzte Versuche, Zwei‑Faktor, wo passend
  • Zugangs­daten in E-Mails Weitergabe nur per Einmal-Link oder über den Kunden­be­reich
  • Schadcode aus fremder Quelle Regelmäßige Scans auf Schad­code
  • Vergessener Zugang Alte Zugänge beim Wechsel entfernen
  • Ausfall der Website 24‑Stunden‑Überwachung auf Ausfall
Falls doch etwas passiert, liegen Sicherungen an fünf Orten, drei Monate zurück.

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